Theater - Maria Stuart

Tiroler Landestheater Innsbruck
Spielzeit: 1998 / 1999
Premiere: 3.10.1998
Trauerspiel von Friedrich Schiller
Regie: Carsten Bodinus
Bühnenbild: Helfried Lauckner
Kostüme: Tina Kitzing

Die Kostüme sind futuristisch angelegt, dabei tragen sie Zeichen von fossiler Urgeschichte und legen die zeitliche Spanne so vom Historischen ins Zukünftige. Elisabeth, im hautengen, grellen Köstüm, trägt ihre Krone als Stachelhalsband, Distanzhalter und Machtinstrument um den Hals. Später wird sie ihr - über den Kopf gestülpt - zum eigenen Gefängnis und Verhängnis

Maria dagegen trägt gewickelte leicht fallende Kleider in hellen Farben. In einem weißen Hochzeitskleid wird sie in den Tod geführt.







Beide Frauen werden von Alpträumen heimgesucht, die tänzerisch umgesetzt werden.

Maria träumt von angestaubten und verlebten Hofgesellschaften, die sie mit einer Zweigesichtigkeit aus Königs- und Todesmaske bedrängen. Elisabeth träumt von einer erzwungenen standesgemäßen Vermählung. Weiß uniformierte Männer, in deren Kleidung sich das Blut der Unschuld einsaugt, zwängen sie in die insektenhafte Schale eines Hochzeitskleides, in dem Elisabeth versucht in die Höhe der Macht emporzuschweben. Der Staat verstrickt sich aber in der Schleppe des Kleides und reißt es blutig auseinander.

Die Herren des Staatsrats tragen nach Außen die Farbe der Macht und kaschieren durch korrekte Anzüge ihre fetischistischen und machtgeifernden Züge. Kleidungszitate bringen ihre Vorlieben ab und an zum Vorschein.

Die Gefängniswärter, die ständig in Marias Gefängniszelle eindringen, sind in futuristische Schutzanzüge gehüllt.