Theater - Hilda

Theater im Haus der Kunst, Bayerisches Staatsschauspiel München

Spielzeit: 2003 / 2004 / 2005
Deutsche Erstaufführung: 11.12.2003

Drama von Marie Ndiaye

Regie: Oliver Brunner

Bühnenbild und Kostüme: Tina Kitzing

Für die Gestaltung von Bühne und Kostümen ist Tina Kitzing von der Süddeutschen Zeitung zur besten Nachwuchskünstlerin für die Spielzeit 03/04 gewählt worden.

Hilda - die Titelfigur, die nicht auftritt und trotzdem sehr präsent ist durch den Blick, den ihre nächsten Bezugspersonen zu ihr haben: ihre Arbeitgeberin Madame Lemarchand, ihr Mann Franck und ihre Schwester Corinne.







Das Bühnenbild zeigt ein abgeschlossenes zylinderförmiges Objekt, dass aus vielen alten Türen besteht. Wie ein fremder Komet steht es in dem grossen, weissen Spielraum im "Haus der Kunst". Plötzlich öffnen sich 2 Türen und das Publikum erhält Einblicke in den sterilen Raum der Madame, in dem das Spiel beginnt.

Es ist ein strategisches Spiel von Verlust und Wechsel der Identität, bei der Hilda zur Projektionsfläche für die Sehnsüchte der Madame wird. Ihren Kontrahenten Franck versucht sie taktisch zu manipulieren und nach und nach für sich zu gewinnen.

Das Objekt dreht sich zu den Klängen einer Spieluhr und eröffnet immer wieder neue Einblicke in das Innere einer Zelle - ein kompaktes System, das die Madame zu regieren scheint. Ihr Haus und Garten, sowie Franck's Küche und die Zwischenräume bilden das Objekt, das voller Überraschungen steckt. Madames Kostüm zeigt im Vergleich zur heutigen Alltagsbekleidung von Franck und Corinne die schlichte Eleganz einer Wohlstandsgesellschaft.

Im Lauf des Spiels der Madames nimmt ihre Kleidung mehr und mehr die Farbe des Lebens - von Hilda- an.