Tanz - Zwischen Mitternacht und Morgen: Schwanensee

Staatsoper Hannover Spielzeit: 2003 / 2004 / 2005
Premiere: 31.01.2004
Musik: Peter I. Tschaikowski
Musikalische Leitung: Markus Frank
Choreographie: Stephan Thoss
Bühnenbild und Kostüme: Tina Kitzing
Dramaturgie: Anja von Witzler

Stephan Thoss interpretiert das komplexe Beziehungsgeflecht der 4 Individuen: Odette, Odile, Siegfried und Rotbart. Vom ursprünglich märchenhaften rückt er es in unsere heutige Zeit und verwandelt die kategorisierten Qualitäten von Gut und Böse in Stärken und Schwächen. Das Bühnenbild ist ein klarer, abstrakten Raum. Grosse Flächen und bewegliche Versatzelemente bilden eine moderne Grossstadtlounge in der sich die Jugend "zwischen Mitternacht und Morgen" trifft und päsentiert.





Ihr "Outfit" versucht das Individuelle jeder Person zu unterstützen, ist gleichzeitig aber uniformiert wie es heutigen Modetrends entspricht. In dieser gestylten Atmosphäre gibt es ein organisches Element: ein Sitzmöbel in Tropfenform, das den See der Tränen aus dem historischen Märchen symbolisiert. Die beziehungsenttäuschte Odette schmiegt sich in den Tropfen und taucht in ihren Schutzraum ab. Der Raum löst sich langsam auf und riesige Federn schwenken ein, die das schützende Gefieder eines Schwanenflügels darstellen. Odette zieht ihr Gesellschaftskostüm aus und zieht ihr zerfetztes und dreckiges Tutut an, dass zeigt welche Spuren durch emotionale Verletzungen bereits entstanden sind. Ein rituell aufgemalter Streifen auf dem Rücken zeigt die Zugehörigkeit zur Gruppe der Gleichgesinnten - Schwäne. Noch einmal nähert sich Odette dem Gesellschaftsraum. Dieser ist so verändert, dass die Wände weit geöffnet sind und ihr Einblick geben auf das Spiel zwischen Siegfried und Odile gelenkt durch Rotbart. Getäuscht und in ihrer Liebe erneut verletzt sinkt sie zurück in ihren Schutzraum und kämpft dafür sich selbst treu zu bleiben.